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und ein wenig zur Geschichte

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Ich zähle mich sicher nicht zu den besten Schützen. Der Beruf lässt bei Weitem nicht genug Trainigszeit zu. Es reichte in den letzten Jahren trotzdem zur Teilnahme an der Hessischen Meisterschaft und einem der oberen Plätze.

Das Ziel des Bogensportes ist für mich allerdings ein anderes.

Entspannung, Spass und Ausgeglichenheit ist mir viel wichtiger, als ein Rang unter den besten Bogenschützen. In der heutigen hektischen Zeit ist mir ein Ausgleich, eine Quelle der Ruhe und Entspannung sehr wichtig - das Bogenschiessen ist für mich sehr gut dafür geeignet.

Ich nehme wieder immer wieder an 3D Trainigsrunden teil und habe ich dem FITA Bogenschiessen den Rücken zugekehrt. Ich fühle mich sehr wohl dabei. Abgesehen davon trainiere ich seit ein paar Monaten mit Spass und Erfolg die Bogenjugend des lokalen Vereins.

Soviel zu den eigenen Ambitionen. Jetzt einige grundlegende Informationen:

Die im Bogensport verwendeten Bögen unterscheiden sich wesentlich in der Bauart entsprechend den verschiedenen Disziplinen, in denen geschossen wird. Ich selbst bevorzuge die ursprüngliche Art des Bogenschiessens ohne technische Hilfsmittel, wie Visier, Stabilisator, Klicker usw.

Der klassische Langbogen und das instinktive Bogenschiessen macht für mich das wahre Bogenschiessen aus, auch wenn die Trefferzahl dadurch naturgemäss nicht an die der Olymischen Bogenschützen oder der Compoundschützen heranreicht. Hier eine kleine Übersicht über die wichtigsten Bogentypen:


Der Compoundbogen:

Wohl der "modernste" Typ unter den Sportbögen. Die Wurfarme sind kurz gehalten und im Vergleich zu anderen Bogentypen verhältnismässig stark ausgelegt. Die Sehne (bei diesen Bögen auch Kabel genannt) wird über ein Flaschenzugsystem geführt. Dadurch verringert sich das Zuggewicht bei voll ausgezogenem Bogen wesentlich und der Schütze kann sich ganz auf das Ziel konzentrieren ohne viel Energie auf die Krafteinteilung zu verwenden. Die ersten Zentimeter beim Auszug des Bogens erfordern genau so viel Kraft, wie bei anderen Bögen, oft noch ein Quäntchen mehr. Ab einem gewissen Punkt während des Ausziehens greift das Flaschenzugsystem und der weitere Auszug bis zum Vollauszug wird wesentlich leichter. Compoundbögen können mit vielerlei Hilfsmitteln ausgestattet werden. Visier, Stabilisatoren etc.



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Der olympische Bogen oder Recurve-Bogen:

Dieser Bogentyp ist wohl der meistverwendete. Diese Bögen bestehen meist aus drei Teilen. Griffstück und zwei demontierbaren Wurfarmen. Hilfsmittel können auch hier angebracht werden. Wie beim Compound Bogen werden Recurve-Bögen aus modernen Materialien gefertigt. Laminiertes Holz, Metall, Kohlefaser, Kunststoffe etc. Die Materialvielfalt ist nahezu grenzenlos.



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Der Langbogen:

Wie bereits erwähnt ist der Langbogen mein Favorit. Es gibt viele verschiedene Formen von Langbögen. Sie unterscheiden sich wesentlich in der Form und dem Querschnitt der Holzes. Über die Jahrhunderte bis in die heutige Zeit haben sich die Kompositbögen entwickelt. Dabei werden verschiedene Hölzer miteinander verleimt um die Eigenschaften (Druck bzw. Zugfestigkeit) der verschiedenen Holzarten voll auzunutzen. Zusätzlich wurden die Bögen oft auf der Aussenseite (Bogenrücken) mit Tiersehnen oder pflanzlichen Fasern belegt (aufgeklebt), um die Wurfkraft zu erhöhen. Diese Technik wird auch heute verwendet, vor allem bei industriell gefertigten Langbögen. Es wird allerdings statt Tiersehnen Glasfaser aufgelegt.

Am bekanntesten wurde der Langbogen in der heutigen Zeit wohl durch die Sagen rund um Robin Hood. Allerdings wurden die ersten Langbögen bereits in der Urzeit vor etwa 50.000 Jahren entwickelt. Funde und Höhlenzeichnungen belegen eine unabhängige Entwicklung in den verschiedensten Regionen weltweit.

Der Langbogen kam wahrscheinlich mit den Wikingern nach England. Die Wikinger verwendeten einen eigenen Bogentyp, auch eine Art des Langbogens, der in der Zeit des Mittelalters zum klassischen Englischen Langbogen mit seinem typischen D-Querschnitt und aufgesetzten Hornnocken weiterentwickelt wurde. Als die Normannen unter William the Conqueror England eroberten, wurden ihnen besonders durch den Einsatz des Langbogens grosse Verluste zugefügt. Die Bogenschützen dieser Zeit erlernten das Schiessen bereits in der Kindheit und entwickelten über die Jahre grosse Meisterschaft mit der Waffe. Das frühe Training war auch nötig, denn es gibt Belege, dass die Bögen des Mittelalters ausserordentlich stark waren, das heisst sehr grosse Zuggewichte besaßen - um die 90 Pfund und mehr. Belegt wird dies durch die in alten Schriften oft zitierte Reichweite der englischen Schützen von ca 320m. Die nötige Kraft zum Ziehen eines solchen Bogens ist enorm - 90 Pfund entsprechen ca 40,82 KG. Das ist einiges mehr, als ein trainierter, olympischer Bogenschütze zu ziehen vermag. Die Armbrust verdrängte später den Langbogen, da das jahrelange Training mit dem Einsatz dieser Waffe entfiel. Als wiederum das Schießpulver den Langbogen und die Armbrust als Hauptwaffe ablöste, wurde das Bogenschießen immer mehr zu einem Sport - dem Sport, den ich neben dem Tauchen am liebsten treibe.

 



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